Geschichte

Der gebürtige Auerbacher Dr. Heinrich Stromer war einer der ersten Evangelischen in Leipzig.Die heutige evangelische Kirchengemeinde gibt es seit 1947. Die Geschichte des Protestantismus in Auerbach begann bereits in der Reformationszeit. Schon um 1530 wurde die Stadt evangelisch, möglicherweise vermittelt durch den gebürtigen Auerbacher Dr. Heinrich Stromer. Dieser hatte 1519 bei der Leipziger Disputation Martin Luther kennengelernt und gehörte dort fortan zu den ersten Anhängern der Reformation. 1556 wurde die lutherische Reformation offiziell eingeführt. Spätere Kurfürsten versuchten zwar, die strengere Lehre des Calvinismus durchzusetzen; die Auerbacher fühlten sich aber immer als Lutheraner und leisteten Widerstand.

Als die Oberpfalz im Jahr 1628 an Bayern fiel, verfolgte Herzog Maximilian I. sofort die Rekatholisierung der Bevölkerung. Trotz hohen Drucks, weigerten sich elf Familien zu konvertieren (darunter der damalige Bürgermeister, zwei Ratsmitglieder und der Stadtschreiber); sie mussten ihre Heimat verlassen.

Mitte des 19. Jahrhunderts kamen wieder Evangelische nach Auerbach, vor allem ab ca. 1880, als wegen der beiden neuen Erzgruben Leonie und Maffei Bergleute auch aus evangelischen Gebieten zuzogen. 1908 feierten sie erstmals wieder Gottesdienst – im Saal des damaligen Amtsgerichts (die heutige Polizei) mit einem Pfarrer aus Pegnitz. Im Jahr 1911 wurde der „Evangelische Verein Auerbach und Umgebung“ gegründet; seine Ziele waren regelmäßige Gottesdienste und der Bau einer eigenen Kirche (dafür erwarb man schon 1912 das Grundstück in der Bahnhofstraße).

Nach dem Zweiten Weltkrieg stieg die Zahl der Evangelischen in Auerbach durch den Zuzug vieler Flüchtlinge sprunghaft an. 1947 wurde die evangelische Kirchengemeinde errichtet, die ihre Gottesdienste nun in der Friedhofskirche feierte (die passenderweise ja noch aus der evangelischen Zeit Auerbachs im 16. Jh. stammt). Der Bau einer eigenen Kirche war eines der ersten großen Aufgaben der jungen Gemeinde. 1954 wurde die Christuskirche eingeweiht.

Heute hat die evangelische Kirchengemeinde etwa 1000 Gemeindeglieder; ihr Gebiet umfasst das Gebiet der politischen Kommune (ohne Gunzendorf, Ranzenthal und Hagenohe).

Einen guten Einblick in die evangelische Geschichte Auerbachs bekommen Sie bei unserem Evangelischen Stadtspaziergang.

 

Unsere Christuskirche

Bahnhofstraße 14Christuskirche Auerbach von außen
91275 Auerbach i.d.OPf.

Die Christuskirche ist täglich von 10 Uhr bis 17 Uhr geöffnet.

Die Baugeschichte

Bereits 1912 hatte der Evangelische Verein das heutige Kirchengrundstück erworben; erste Pläne für einen Kirchenbau von 1926 wurden aber nicht umgesetzt. Der evangelische Gottesdienst wurde zunächst im Sitzungssaal des Amtsgerichts, ab 1946 in der Friedhofskirche gefeiert. Ab 1950 wurde der Plan eines eigenen Kirchenbaus wieder aufgegriffen; Regierungsbaumeister Eberhard Braun (Neuendettelsau) erstellte den Entwurf. Am 27. Mai 1953 war erster Spatenstich, am 12. Juli 1953 feierte man die Grundsteinlegung, und am 16. Mai 1954 konnte die Christuskirche eingeweiht werden.
Im April 2021 begann die barrierefreie Umgestaltung des Haupteingangs.

Der Kirchenraum

Sowohl der Bau als auch die Ausstattung der Christuskirche sind bewusst schlicht gehalten. Auf dem Giebel ist von außen eine Lutherrose in Ton zu sehen. Das Dach ist mit einem kleinen Glockenturm versehen.

Im Kircheninneren findet sich zentral über dem einfachen Altar ein Kruzifix; der Korpus ist ein Geschenk der Mutterkirchengemeinde Pegnitz. Das Altarbild dahinter stammt von der letzten Innenrenovierung im Jahr 2004. Taufstein und Kanzel rechts und links vom Altar sind darüber hinaus die einzige Innenausstattung. Der Kirchenraum spiegelt damit eine Konzentration auf die Kernpunkte evangelischen Glaubens wieder: Taufe, Abendmahl (Altar) und Wort Gottes (Kanzel) mit dem gekreuzigten Christus in der Mitte.Christuskirche Auerbach von innen